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Teil II: Nachkriegsjahre

Auch in den 40er- und 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts befinden sich die Bäder noch in niedrigen, dunklen Kellern. Jedoch werden sie in ihrer Ausstattung heller und freundlicher. Die emaillierte Gusswanne löst die Blechbadewanne ab, die Wände erhalten farbliche Akzente und der Boden wird mit Linoleum überdeckt. Auch wenn mit der Verbreitung von Badeöfen das Duschen an Bedeutung gewinnt, bleibt das Bad weiterhin Gebrauchsraum, unter anderem zum Wäschetrocknen.

Zur Zeit des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg entstehen kleine separate Zimmer, in denen die gesamte Badausstattung Platz finden muss: Waschbecken, Wanne und WC. Ein Haushaltsbuch aus dem Jahr 1950 beschreibt die Ausstattung eines Bades wie folgt: „weiß lackiert, emailliert, Porzellan, Metall, gekachelte Wände, Fliesenböden, Kunststeinbeläge, Duroleum, Korkplatten und Seifenablage.“ Die Toilette gilt für die Hausfrau in den 50er-Jahren als „Spiegel der Wohnung“.

Während des Wirtschaftswunders beginnt der Bauboom in Deutschland und somit der Siegeszug der Handbrause in den Badezimmern. Die fest installierte Kopfbrause wurde ab 1953 durch die erste verstellbare Brausestange „Unica“ der Firma Hansgrohe (Link enthält Werbung) verdrängt. Sie wird zu einer sanitären Sensation und ist bis heute in fast jedem Hausbad zu finden. Zusammen mit einem Duschvorhang oder einer Duschkabine wird sie bald zum vollwertigen Ersatz für das Wannenbad. In dieser Zeit beginnt die Verbreitung des eigenen Badezimmers innerhalb der Wohnung.

„Endlich die hände frei“

(Hans Grohe 1953 zur Erfindung der unica)

©Barbara Behrend